Kreativitätstypen: Die passende Reise zum ICH

Manchmal liegen wir ja auch irgendwie falsch. Doch wenn es schon immer dein Wunsch war, mit der Kamera die Schönheit einer Stadt oder einer Landschaft einzufangen – dann solltest du das tun. Und wenn du immer wieder vor Schaufenstern voller schönem Schmuck stehen bleibst und dir überlegst, wie man diese Stücke noch schöner machen könnte, dürfte ein Goldschmiedekurs für dich wohl das richtige sein. Doch dann bist du einer der wenigen zufriedenen Menschen, die das wissen. Denn in einer Zeit, in der es massenhaft Angebote für so ziemlich alles gibt, können wir uns kaum entscheiden – und schon gar nicht festlegen.

KREATIVE TYPEN

Und welche Energie lässt dich leuchten? (Foto: fotolia | sdecoret)

Die meisten von wechseln – wenn es um das Entdecken der eigenen Kreativität oder schlicht eines Hobbys geht – leider von einem zum anderen Extrem: Einmal fällt uns nicht ein, was wir mit unserer Zeit anfangen können und bekommen den Hintern nicht vom Sofa. Doch vielleicht schon kurz danach sind wir wieder schon wieder handlungsunfähig – weil wir zu viele Möglichkeiten und Ideen gleichzeitig verfolgen möchten. Vielleicht planen wir einen Aktiv-Urlaub und müssen uns nun entscheiden, ob wir einen Schreibkurs, eine Meditationsreise oder ein Glasbläser-Seminar besuchen wollen. Alles klingt spannend – aber natürlich können wir nicht alles machen. Was nun?

Die vier Kreativitäts-Typen

Zum Glück gibt es die Psychologie und die Neurowissenschaften. In einer Publikation zum Thema Kreativität hat der Forscher Arne Dietrich schon 2004 vier Arten von Kreativität definiert, die unterschiedlichen Gehirnaktivitäten zugeordnet werden können. Die meisten Menschen fühlen sich in einer dieser „Schubladen“ recht wohl und du kannst das als Hinweis für die Auswahl deines nächsten Kreativ-Events nehmen. Diese vier Kreativitätstypen leiten sich aus den zwei Gegensätzen „willentlich vs. spontan“ sowie „kognitiv vs. emontional“ ab. Es gibt also diese Ausprägungen, denen ich eigene Namen gegeben habe:

  • kognitiv und willentliche Kreativität: der Tüftler
  • kognitiv und spontane Kreativität: der Inspirierte
  • emotionale und willentliche Kreativität: der Künstler
  • emotionale und spontane Kreativität: das Kind

Besser sieht man das natürlich in einem Bild:

die vier Kreativitätstypen im Überblick

Beschreibt man nun diese vier Kreativitätstypen, kann sich fast jeder mit einem oder zwei gut identifizieren.

Der Tüftler (kognitive und willentliche Kreativität)

Nur wer viel übt und probiert, wer Wissen und Erfahrung sammelt wird am Ende Neues schaffen können. Wenn das ein dir naher Mustersatz ist, dann bist du ein Tüftler. Und wenn Thomas Edison nicht so viel wusste und so viel experimentiert hätte, wäre er niemals der Erfinder der Glühlampe und der Kamera geworden. Man könnte einwenden, dass man „ohne Fleiß kein Preis“ nicht wirklich auf Kreativität anwenden kann. Doch das ist falsch. Auch ein Pablo Picasso hat tausende Stunden sehr detaillierte Naturbilder gemalt – bis er sich davon befreit und umwerfend Kreatives geschaffen hat. Oder man stelle sich einen Musiker vor, der sein Instrument nicht beherrscht. Nun, das gab es immer wieder. Aber selbst sehr kreative Musiker haben zunächst ihr Instrument wirklich gelernt. Sie haben geübt, probiert und getüftelt.

Im Vergleich zum Inspirierten wird der Tüftler jedoch sogar den Zeitpunkt und den Ausdruck der Kreativität, nun ja, „planen“. Dies ist natürlich ein Teil eines jeden „handwerklichen“ Kreativitäts-Berufs. Ob Bildhauer, Glasbläser oder auch Maler können Tüftler sein. Und natürlich Musiker – zumindest, wenn sie mit anderen gemeinsam spielen möchten. Das muss man üben, das muss passen.

Unter den Fotografen sind die Tüftler wohl eher die Teilnehmer mit der größten Auswahl an Objektiven, die sich viel Zeit nehmen, um auch mal eine Blenden-Serie zu schießen.

Der Inspirierte (kognitive und spontane Kreativität)

Es ist vielleicht nur eine feine Unterscheidung zum Tüftler: Aber der Inspirierte lebt vom AHA-Erlebnis. Das ist dann der spätere Pablo Picasso, der mit einem einzigen Strich ein Bild zu einem Kunstwerk machte.

In aller Regel braucht es für eine solche Inspiration noch starke Emotionen wie Hass, Liebe oder Begehren. Du kennst das vielleicht selbst: Wenn du immer wieder geübt und gelernt hast und es gelingt dir trotzdem nicht, dann gibst du vielleicht verärgert auf und schmeißt den Kram in eine Ecke. Und das ist der Moment, an dem die Idee, die Inspiration in dir aufsteigt und aus der Ruine ein Werk entstehen lässt.

Natürlich sind es die, die Achtsamkeit und Meditation üben, die vielleicht eine solche Inspiration verspüren, Zugang zu einer tieferen Schicht bekommen. Aber natürlich auch die Maler und Musiker, die eben KEIN Produkt im Hier und Jetzt erwarten, sondern sich die Zeit geben, die sie brauchen.

Der Künstler (emotionale und willentliche Kreativität)

Manche haben es halt einfach drauf: Sie können singen, tanzen, trommeln oder malen. Sie haben auch keine große Lust, ihre Stimme bis ins Detail zu schulen sondern wollen der Welt ein Lied schenken wie sie es noch nie gehört hat. Natürlich sind alle Kreative auch Künstler – aber diese Gruppe ist wirklich mit dem Herzen bei der Sache und verlässt sich gerne auf sich selbst. Dazu gehört natürlich einiges an Selbstvertrauen und Dickköpfigkeit.

Vermutlich sind das Eigenschaften, die auch für Schreibkurse wichtig sind – wenn es nicht um biographische sondern um veröffentlichbare Texte handelt. Überhaupt sehen sich vor allem Teilnehmer hierunter, die ihre Werke mit anderen Menschen teilen möchten. Was man ja eigentlich nicht von allen Künstlern sagen kann. Unter den Fotografen dürften vor allem die Teilnehmer der Street-Fotographie und anderer Reportage-Techniken sein.

Das Kind (emotionale und spontane Kreativität)

Ob Kinder sich auf kreativreisen.de einen Kurs aussuchen, diesen buchen und dort willentlich „Kreativität“ lernen, können wir wohl bezweifeln. Diese ganz spontane und emotionale Künstler-Gattung sind wohl eher die Lebenskünstler, die einfach sein und kreativ sein können. Sie machen am Meer aus einer Sandburg ein Kunstwerk, knipsen mit dem Handy Fotos mitten aus dem Leben und genießen das Leben. Euch viel Spaß dabei! Aber ihr könnt ja gar nicht anders.

Der richtige Kurs zur Kreativität

Vielleicht hilft dir diese Einteilung ein wenig bei der Auswahl aus den Kursen. Du weißt nun auch, dass es gar nicht nur auf die Veranstaltungsart (z.B. Schreibreisen oder Fotografie-Workshop) sondern auf deren Ausprägung ankommt. Beschäftige dich vielleicht ein wenig mit diesen verschiedenen Typen und blättere dann noch einmal durch unsere Datenbank. Vielleicht siehst du diese dann ganz anders.

http://www.arnedietrich.com/

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